Mit Rückenwind durch Ostfriesland
Friesische Mühlentour verbindet Technik, Natur und Kultur
Schon der Name lässt es erahnen: Die Friesische Mühlentour auf 250 Kilometern ist eine Liebeserklärung an die ostfriesische Landschaft, in der der Wind mehr ist als nur ein Wetterphänomen – er ist seit Jahrhunderten Antrieb für Mühlentechnik und Lebensweise. Auf etwa 250 Kilometern, die sich als gut ausgeschilderter Rundkurs durch das nordwestliche Niedersachsen ziehen, erleben Radfahrende das Zusammenspiel aus Historie, Natur und ostfriesischer Gemütlichkeit. Mehr als 40 historische Windmühlen säumen die Strecke, darunter prächtige Galerieholländer, seltene Bockwind-, Koker- und Fluttermühlen.
Tourstart am Wasser: Von Emden nach Greetsiel
Die Tour startet und endet in der lebhaften Seehafenstadt Emden. Von dort führt die Route zunächst nordwestlich ins pittoreske Greetsiel, ein Fischerdorf, das seinen maritimen Charme bewahrt hat. Hier steht die erste Windmühle nicht nur als technisches Denkmal, sondern auch als Symbol der engen Verbindung zwischen Mensch und Natur. Weiter geht es entlang der Nordseeküste in Richtung Norden und Dornum. Diese Etappe beeindruckt mit Deichlandschaften, salziger Luft und dem weiten Horizont über dem Wattenmeer.
Ländliches Idyll und stille Moore
Ab Esens verlagert sich die Szenerie ins Binnenland. Radlerinnen und Radler passieren unberührte Moorgebiete und idyllische Fehnkanäle. Aurich, die heimliche Hauptstadt Ostfrieslands, markiert das Zentrum der Strecke. Hier verschmelzen Tradition und Moderne – ein idealer Ort zum Verweilen. Von Aurich aus führt der Weg über Großefehn, eine Region bekannt für ihre charakteristischen Fehnsiedlungen, zurück Richtung Emden.
Flexibel unterwegs: Sechs Etappen zur Auswahl
Die Etappen sind so gewählt, dass zwischen 40 und 55 Kilometer pro Tag zu bewältigen sind – sportlich, aber auch familienfreundlich. Wer die Tour nicht auf eigene Faust planen will, kann auf organisierte Pauschalen zurückgreifen: entweder als viertägiger Kurztrip oder als siebentägige Entdeckungsreise mit zusätzlichen Übernachtungen in Norden, Greetsiel, Esens und Großefehn. In beiden Varianten ist ein Gepäcktransfer optional buchbar, was das Erlebnis noch entspannter macht.
Mit Rückenwind und guter Orientierung
Die Besonderheit der Mühlentour liegt nicht nur in den Mühlen selbst, sondern in dem Gefühl, mit jedem Tritt in die Pedale tiefer in eine entschleunigte Welt einzutauchen. Die gut ausgebaute Wegführung mit dem Logo „Mühlentour“ garantiert eine problemlose Navigation, unterstützt durch umfassendes Infomaterial, Kartenmaterial oder sogar GPS.
Von Andreas Unterberg